Gewalt gegen Frauen

Eine UN- Statistik 2017 belegte, dass weltweit durchschnittlich 137 Frauen und Mädchen pro Tag von ihrem Partner oder einem Familienmitglied ermordet werden. Allgemein sind zwar 80 Prozent der Mordopfer Männer, doch Männer werden viel seltener von ihren Lebensgefährten ermordet. Insgesamt wurden 2017 50 000 Frauen von Familienmitgliedern getötet, dies nennt man auch Femizid. Die meisten Täter waren dabei die Ehemänner oder Partner der Opfer. 

Die Morde sind jedoch meist keine Spontantaten, sondern der Höhepunkt vorangegangener geschlechtsspezifischer Gewalt. Motive sind oft Eifersucht und Angst vor dem Verlassen werden. Religion spielt allerdings auch oft eine Rolle, denn weltweit werden nach UN-Angaben jährlich auch rund 5000 Ehrenmorde begangen. Den Frauen wird dabei meistens vorgeworfen, gegen traditionelle oder religiöse Sitten verstoßen zu haben, zum Beispiel Sex vor der Ehe. 

Vor allem unter schwierigen Lebensbedingungen, wie Krieg oder Armut, nimmt die Gewalt zu: Entführungen, Vergewaltigungen, Versklavung und Mord sowie starke Verletzungen werden als systematisches Mittel der Kriegsführung eingesetzt. In den aktuellen Kriegsgebieten, zum Beispiel in Afrika, häufen sich die Vergewaltigungsfälle. 

Auch nach dem zweiten Weltkrieg waren Vergewaltigungen durch Siegermächte nicht selten. Die alliierten Soldaten, die Rote Armee und auch der deutsche Militärdienst vergewaltigten viele Frauen und Mädchen (auch Jungen und Männer), zum Beispiel in Polen und Deutschland. Klara M., die im Juli 1945 Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde, sagte: „Ich viel auf die Straße und sie zerrten mich in den Chausseegraben. Der Soldat, der mein Rad ergriffen hatte fuhr zunächst weg. Die beiden anderen vergewaltigten mich, dann kam der Erste zurück und ich wurde auch von ihm vergewaltigt. Während dies geschah, fuhren mehrere Autos vorbei, doch niemand nahm sich meiner an, obwohl ich weinte und laut schrie.“  Danach wurde Klara M. schwanger und erzählte, wie viele andere Frauen, lange Zeit nichts von ihrer Vergewaltigung. 

Im zweiten Weltkrieg erreichte die Frauenvergewaltigung ungekannte Dimensionen. In Berlin wurden 1945 schätzungsweise mindestens 100 000 Frauen und Mädchen sexuell vergewaltigt. Das sind etwa sieben Prozent der weiblichen Bevölkerung in Deutschland. Aber nicht nur Männer, sondern auch Frauen sind und waren die Täter, wenn auch eher seltener. 

Heutzutage will die Bundesregierung den Schutz für Frauen deutlich verstärken. 35 000 000 Euro pro Jahr vom Bund seien in den kommenden vier Jahren vorgesehen, um mehr Frauen und Mädchen Zugang zu Hilfeeinrichtungen zu ermöglichen. Das Geld sei unter anderem vor allem für den Ausbau von Frauenhäusern gedacht.

von Clara Oertel und Charlotta Skomroch,

Klasse 8,

Ostendorf-Gymnasium,

Lippstadt