Prall gefüllt in die Luft gegangen

Abgehobenes Projekt: Schüler bastelten Heißluftballons aus Zeitungspapier

Lippstadt  –   Ballons waren die ersten Fahrzeuge, mit denen Menschen flogen. Im Jahre 1783, also vor 230 Jahren, hatten die Brüder Joseph und Étienne de Montgolfier einen Traum: Sie wollten in die Luft gehen. Sie bauten einen aus leichten Stoffen gefertigten Hohlkörper, einen Ballon, der sich in den Himmel erheben sollte.
Auf ihrer Suche nach etwas, das leichter ist als Luft, stießen sie auf das „geheimnisvolle Gas“, das als dichter Rauch aus Feuern aufstieg. Mit diesem Gas füllten sie ihren Ballon und hatten damit auch Erfolg. Der Ballon erhob sich in die Luft. Das „geheimnisvolle Gas“ war aber nichts anderes als heiße Luft. Und heiße Luft ist immer leichter als kühle, egal wie sie erhitzt wird. Im Gegensatz zu Flugzeugen, die nach den Gesetzen der Aerodynamik fliegen, bewegt sich ein Ballon nach den Gesetzen der Aerostatik – weshalb Heißluft- und Gasballons bis ins 20. Jahrhundert auch als Aerostaten bezeichnet wurden.
Die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9c der Lippstädter Pestalozzischule haben sich in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Projekt „Heißluftballon“ beschäftigt. Neben der geschichtlichen und theoretischen Aufarbeitung des Themas stand bei dem Projekt die Praxis im Vordergrund. Zur Verschönerung des Klassenraums und der Pausenhalle stellten die Schüler Fensterbilder und Ballons aus Pappmaschee her. Das Wichtigste aber war das Bauen von flugfähigen Heißluftballons unterschiedlicher Größe.
Die ersten Modelle waren aus Seidenpapier gemacht, große und kleinere Ballons in bunten Farben. Dann fand man im Internet noch eine Bauanleitung für einen Ballon, angefertigt aus Zeitungspapier. Da reichlich Exemplare des Patriot vorhanden waren, konnte nach dem Lesen das Papier gut für die Herstellung eines solchen Zeitungsballons verwendet werden.
Besonders spannend war es dann, die Ballons steigen zu lassen. Es stellte sich heraus, dass die kleineren Exemplare nicht genug warme Luft speichern konnten, um das eigene Gewicht nach oben zu heben. Auch experimentierten die Schüler mit unterschiedlichen Wärmequellen. Über dem Holzkohlenfeuer entwickelte sich zwar reichlich warme Luft, die offenen Flammen kokelten das Papier aber beträchtlich an, der Ballon hob sich kaum in die Luft.
Nach einigen missglückten Versuchen stieg man um auf ein mit Spiritus betriebenes Öfchen. Wegen des ungünstigen Wetters wurden die Startversuche nach innen verlegt. Der Zeitungsballon füllte sich zwar dick mit heißer Luft, wollte sich aber nicht nach oben bewegen. Endlich stieg ein Seidenpapierballon unter großem Beifall, auch der Schülerinnen und Schüler anderer Klassen, im Treppenhaus der Schule zur Decke auf.
Am Montag, 2. Dezember, glückte bei nicht zu kalter Außentemperatur dann doch noch ein Außenstart. Der Ballon stieg bis über das Schuldach hoch, bevor die heiße Luft abgekühlt war und er langsam wieder zur Erde zurückkehrte. Dass Frau Dickers, Schulleiterin der Pestalozzischule, am Tag des geglückten Ballonstarts auch noch Geburtstag hatte, war reiner Zufall.
Die Klasse 9c bedankt sich auch beim Ballonteam Lippstadt, in deren Räumen in Lipperbruch die Schüler viel über das Abenteuer Ballonfahren erfahren konnten.

Klasse 9c, Pestalozzischule, Lippstadt