In der Gemeinde Anröchte gibt es viele Baudenkmäler. Viele, vor allem die Pfarrkirchen, haben eine wechselvolle Geschichte. Schüler der Klasse 9b der Hauptschule Anröchte stellen im Rahmen einer kleinen Serie die Pfarrkirchen in Effeln und Berge vor.

Ein Blick hinter dicke Kirchenmauern

Anröchter Pfarrkirchen im Porträt: Sankt Maria Magdalena Effeln

Effeln – Die Pfarrkirche Effeln hat einschließlich des Turms eine Länge von 37,54 Metern und am Altar eine Breite von 18,74 Metern. Ihre Höhe im Innern beträgt 8,72 Meter. Viel zu niedrig erscheinen dagegen das große Kirchenschiff und der Turm mit „nur“ 27 Metern Höhe, aber im unteren Teil mit einer Mauerdicke von 1,40 Metern. Der Grund dafür ist, dass dieser Turm die älteste erhaltene Bausubstanz der Kirche ist. Er stammt aus dem 14. Jahrhundert. Effeln gehörte zu dieser Zeit zur Pfarrei Altenrüthen mit den Patronen Gervasius und Protasius.
Erst im Jahre 1816 bekam die Kirche mit einem Neubau, der über den Mauern der ursprünglichen Kirche errichtet wurde, eine eigene Pfarrpatronin, St. Maria Magdalena. Im Jahr 1892 wurde die Kirche erneut umgebaut, rechts und links des Mittelschiffes entstanden Seitenschiffe und so erhielt die Kirche eine Kreuzform. Eine Sakristei wurde angefügt und zusammen mit dem Anbau der Heizung im Jahre 1918 wurde die Kirche wieder seitengleich. 1970 und 1980/81 wurde die Kirche renoviert und ein Vorsatzaltar aufgestellt.
Der Hochaltar steht in Richtung Osten und stammt aus dem 18. Jahrhundert. In dem Gehäuse sind die vier Evangelisten zu sehen: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Links und rechts vom Hochaltar sieht man Petrus mit dem Schlüssel und Johannes mit dem Kelch. In den Seitenschiffen befinden sich die Seitenaltäre, links der der Heiligen Familie und rechts der Kreuzigungsaltar.
Im Vordergrund des Chorraumes steht der Vorsatzaltar. Im Sockel ist eine Abbildung der Emmausjünger zu sehen und das angedeutete Fischernetz. Über dem Chorbogen stehen die 14 Gotthelfer (früher Nothelfer genannt), links ist der Heilige Christopherus mit dem Kind auf dem Nacken zu sehen und auf der rechten Seite der Heilige Hubertus mit dem Hirschgeweih. An der „Männerseite“ das Bild der Maria Immaculata aus der Barockzeit. Es stammt aus dem Kloster in Mühlheim, das der Graf von Westfalen verkaufte. Aus dem Kloster befindet sich auch ein barockes Messgewand im Besitz der Pfarrkirche.
In den Fenstern findet man die acht Seligpreisungen aus der Bergpredigt in lateinischer Sprache. In den Fensterlaibungen sind viele Namen von Heiligen mit der Fürbitte „ora pro nobis“ – bitte für uns. Zwischen den Fenstern auf der linken, der „Frauenseite“, sieht man die Heiligen Maria Magdalena, Elisabeth und Agatha, auf der rechten, der „Männerseite“, Antonius von Padua, Franz Xaver und Liborius. Die Orgel und das original erhaltene Gehäuse gehören in die Zeit um 1720 und stammen aus einer abgerissenen Soester Kirche.
Wir bedanken uns bei Herbert Buschkühle, Küster der Pfarrkirche Sankt Magdalena Effeln, für die Informationen, die wir von ihm erhalten haben.

Sina Lohoff, Celina Schrick, Anna Schönhals, Klasse 9b, Hauptschule Anröchte

 

 

Sankt Maria Magdalena Effen

Sankt Maria Magdalena Effeln

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter dem Schutz des Heiligen Michael

Anröchter Pfarrkirchen im Porträt: St. Michael Berge

Berge – Die Pfarrkirche St. Michael Berge steht, wie die Pfarrkirche Sankt Maria Magdalena in Effeln, mitten im Ort und ist ebenso vom Kirchhof umgeben, der zugleich Friedhof ist. Außerdem sind die beiden Kirchhöfe jeweils von Mauern aus Bruchsteinen und Anröchter Grünsandstein umgeben.
Die St. Michael Kirche in Berge wurde in den Jahren 1734 bis 1750 gebaut und im Jahre 1753 geweiht. Die Kirche ist 62,50 Meter lang, 12 Meter breit und die Höhe des Glockenturms beträgt 42 Meter. Die Mauer um den Friedhof herum stammt aus dem Jahr 1895. Das Baumaterial für Kirche und Mauer wurde aus dem Steinbruch in Berge und dem Pöppelschetal gewonnen. Die Kirche wurde im Renaissance-Stil, die Altäre jedoch im neuromanischen Stil gebaut. Turmbögen, Schall-Löcher und Kirchenfenster sind rundbogig, nach dem Renaissance- Stil.
Die Fenster in der Kirche sind 5,40 mal 1,50 Meter groß. Sie bestehen aus Antikglas und Blei, Teile der Fenster enthalten Fragmente aus Schwarzlot und Silbergelb. In der St. Michael Kirche Berge befinden sich Fenster mit Abbildungen von Heiligen, wie beispielsweise die Heilige Anna mit Maria, die Heilige Familie, die Heilige Elisabeth von Thüringen, St. Pankratius von Rom und St. Johannes der Täufer. Ein weiteres Fenster stellt die Krönung Mariens als Himmelskönigin dar.
Die Kirche ist außerdem jeweils mit zwei Heiligenfiguren auf der linken und rechten Seite des Kirchenschiffes geschmückt. Auf der linken Seite ist die Heilige Agatha, die Schutzpatronin der Feuerwehren, zu sehen. Ebenfalls auf der linken Seite ist die Figur des Heiligen Michaels, des Schutzpatrons der Pfarrkirche. Auf der rechten Seite befindet sich eine Figur des Heiligen Antonius, des Schutzpatrons der Familien und des „Helfers in Armut und Krankheit“. Auf dieser Seite ist ebenfalls eine weitere Figur, nämlich die des Heiligen Aloysius. Der Heiligenlegende nach, half er den Pestkranken 1591 und erkrankte selbst.
Neben zwei anderen Altären sind der neu gebaute Altar und die kostbare Orgel eine Besonderheit in der Kirche. Der Altar wurde Romulus von Fiesole gewidmet. Seine Reliquie liegt im Fuß des Altars.
Die Glocken der Kirche mussten öfters neu gekauft werden, da sie 1898 wegen des Ersten Weltkrieges eingeschmolzen wurden und das Metall zur Herstellung von Waffen verwendet wurde. Im Jahre 1920 wurde durch die politische Gemeinde, die die Baupflicht für den Kirchturm hatte, zwei neue Stahlglocken angeschafft. Diese wurden im Zweiten Weltkrieg ebenfalls zu Waffen eingeschmolzen.
Im April 1945 wurde die Kirche von amerikanischen Panzern beschossen. Vier Volltreffer von 7,2 cm Panzergranaten trafen das Kirchendach. Das Gewölbe hielt dem Beschuss stand, das Mauerwerk des Kirchenschiffs und die Fenster wurden nicht beschädigt. Heute, nach 63 Jahren, sind noch einige Schäden im Kirchturm zu sehen. Da die Kirche seit 1984 unter Denkmalschutz steht, dürfen diese Schäden nicht mehr beseitigt werden. Im Inneren des Turmes befinden sich Gedenktafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.
Diese Informationen erhielten wir von dem Vorsitzenden des Kirchenvorstandes, Hans Tillmann.

Celina Schrick, Anna Schönhals, Sina Lohoff, Klasse 9b, Hauptschule Anröchte

 

Pfarrkirche Sankt Michael Berge

Pfarrkirche Sankt Michael Berge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwergewicht Tageszeitung

Schüler haben nachgerechnet: Der Patriot auf der Waage

Lippstadt  –   Die Lippstädter Tageszeitung Der Patriot liefert jeden Tag viele Informationen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Und dazu ist eine Menge Papier notwendig, denn der Zeitung sind ja noch jeden Tag diverse Werbeschriften beigelegt.
Die Gewichtsangaben mögen auf den ersten Blick nicht so riesig erscheinen, aber – die Menge macht’s! Wenn eine Zustellerin oder ein Zusteller „nur“ 100 Zeitungen jeden Morgen verteilt, dann hat er montags ein Gewicht von zwölf Kilo und samstags ein Gewicht von 37,80 Kilo zu transportieren.
Für die Woche von Montag, 4. November, bis Samstag, 9. November, ergab sich daraus zum Beispiel ein Gesamtgewicht von 119,40 Kilo für diese Woche. Hochgerechnet auf ein Jahr sind das ca. 5300 Kilo oder 5,3 Tonnen. Die Lippstädter Tageszeitung Der Patriot ist also tatsächlich ein „Schwergewicht“ – nicht nur inhaltlich.

Jean-Paul Bruch, Tobias Kleinfeld, Klasse 9b, Hauptschule Anröchte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschichte hautnah

Studienfahrt nach Auschwitz: Schüler schildern ihre Eindrücke

Anröchte  –  In den Herbstferien 2013 haben wir an einer 6-tägigen Studienfahrt nach Polen teilgenommen. Diese Fahrt wurde von der Abteilung Jugend und Familie Kreis Soest und dem Institut für Berufliche Bildung Dortmund (IBB) durchgeführt. Insgesamt nahmen 44 Jugendliche an der Fahrt teil.
Gründlich vorbereitet durch zwei Vortreffen ging es an einem Dienstagabend gegen 22 Uhr los. Über Nacht reisten wir nach Polen. Unser Ziel war Oswiecim, auch bekannt als Auschwitz. Oswiecim, eine Stadt mit einer großen jüdischen Gemeinde, wurde 1939 von der deutschen Wehrmacht besetzt und in Auschwitz umbenannt.
Im Konzentrationslager Auschwitz gingen wir durch das Tor mit dem bekannten Schriftzug „Arbeit macht frei“. Wir spürten die bedrückende Stimmung an diesem Ort und bekamen während einer Führung durch das Lager einen Eindruck von all dem Elend, der Menschenverachtung, dem Leid und der Grausamkeiten, denen tausende von Menschen hier ausgesetzt waren. Das war sehr schockierend. Zum Gedenken daran stellten wir Kerzen vor die Todeswand.
Auch das Lager Auschwitz-Birkenau haben wir besucht. Hier starben eine Million Juden. Deswegen wurde Auschwitz-Birkenau zum grausamen Symbol für den Holocaust. Das Lagergelände ist riesig, viele Gebäude stehen noch. Wir sahen Gaskammern, Krematorien und auch den Bahnhof mit der berüchtigten Rampe, wo die Selektion stattfand. Wir sahen diesen grausigen Ort und hörten die Informationen und Todeszahlen. Hörten von Unterernährung, Krankheit, medizinischen Versuchen, Torturen, Gas und Tod. Wir konnten all das Leid nur erahnen und trotzdem kaum aushalten. Das Gespräch mit einem Zeitzeugen half dabei.
Den letzten Tag unserer Reise verbrachten wir in Krakau. Höhepunkt war hier sicherlich der Besuch von Schindlers Fabrik. Seit 2010 ist die Fabrik ein beeindruckendes und sehr realitätsnahes Museum mit Originalgegenständen und Fotos. Nach einem Abend mit jüdischem Essen und Klezmermusik fuhren wir über Nacht zurück in den Kreis Soest. Während dieser Reise haben wir viel gesehen und gelernt. Es war anstrengend und aufwühlend. Aber es gab auch Spaß und etwas Freizeit und wir fühlten uns jederzeit innerhalb einer tollen Gruppe mit super Betreuern gut aufgehoben.

Hannah Schürmann, Julian Richter, Klasse 9b, Hauptschule Anröchte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwischen Training und Wettkämpfen

Kajakfahrer Philipp Henning über den Bootssport

Anröchte    –  Philipp Hennig, mein Klassenkamerad ist Kajakfahrer. Wir, seine Mitschülerinnen und Mitschüler, konnten uns kaum etwas darunter vorstellen, außer dass man in kleinen Booten einen Fluss herunterpaddelt. Ich habe ihn daher interviewt, um ein wenig Licht in seine Freizeitbeschäftigung zu bringen.
Was ist Kajakfahren überhaupt?
Philipp Hennig: Kajaksport ist eine Art Wassersport. Mit einem speziellen Wildwasser- oder Slalomboot wird auf Flüssen gefahren und dabei die Geschicklichkeit der Fahrerin oder des Fahrers, seine Kraft und seine Übersichtlichkeit gefordert. Dabei gibt es innerhalb der Sportart viele Unterschiede.
Und welche sind das?
Philipp: Das Kajakfahren ist sehr vielfältig. Es gibt verschiedene Arten des Kajaksports, wie z.B. Rodeo, Wandern, Wildwasser, Slalom, etc. Ich fahre Wildwasserslalom.
Was hat dich dazu bewegt, Kajak zu fahren?
Philipp: Ich fand Wasser schon immer gut und bin früher öfter mit meinem Vater Boot gefahren, habe aber auch noch Fußball gespielt. Das Fußballspielen hat mir aber irgendwann keinen Spaß mehr gemacht. Ganz ohne Sport wollte ich aber nicht sein, so habe ich an die Bootstouren gedacht und bin beim Kajakfahren gelandet. Das schien mir perfekt für mich sein und so wurde ich eben Kajakfahrer.
Wie lang fährst du schon Kajak?
Philipp: Ich fahre jetzt schon vier Jahre, also habe ich mit ungefähr zwölf Jahren mit dem Kajaksport begonnen. Mir macht das Fahren sehr viel Spaß und ich will auch weiterhin fahren.
Gibt es einen Unterschied beim Kajakfahren im Sommer oder Winter?
Philipp: Ja, schon. Vom Frühjahr bis in den Herbst finden die Wettkämpfe statt. Sie werden in ganz Deutschland ausgetragen. Wir fahren das ganze Jahr hindurch, egal ob es warm oder kalt ist, ob es regnet oder schneit. Im Winter allerdings steht das Training im Vordergrund. Wir üben die „Eskimorolle“, also das Wiederaufrichten im Wasser nach dem Kentern und vor allem auch Konditionstraining. Dazu ist logischerweise zwischen den Wettbewerben kein Platz.
Und was ist für dich das Besondere am Kajaksport?
Philipp: Nach dem Start bist du völlig auf dich alleine gestellt. Du musst dein Boot kennen, dein Paddel fest im Griff haben und vor allem das Wasser genau im Auge haben. Du musst wissen, bei welcher Welle du welche Paddeltechnik anwendest. Und du musst dir die Reihenfolge der Tore merken können und jede Wellenbewegung nutzen. Das erfordert viel Konzentration und auch Muskelkraft – und beides nutzt mir nicht nur in meinem Sport. Übrigens ist das Fahren im Wasser ein ganz irres Erlebnis und das Meistern einer solchen Wildwasserstrecke ein richtig tolles Gefühl!

Peter Braun, Klasse 9b, Hauptschule Anröchte