Show in Mastholte ist erneut großer Erfolg

Weihnachtsreiten zieht zahlreiche Besucher an

Mastholte: Jetzt war es wieder einmal so weit: Der Reitverein Mastholte hat sein mittlerweile schon traditionelles Weihnachtsreiten veranstaltet. Dieses Jahr präsentierten dort viele Reiter den zahlreich erschienenen Zuschauern ihr Können. Die Show fand in der großen Reithalle statt.
Weihnachtsbäume und stimmungsvolle Lichterketten schmückten die Halle. Einige Menschen gingen in dieser herum und verkauften Lose, mit denen sich die Besucher am Ende der Veranstaltung Preise abholen konnten. In der Cafeteria wurden leckerer Kaffee und Kuchen sowie auch andere Getränke angeboten.
Dressurreiter und Voltigierer zeigten ihre eindrucksvollen Darbietungen. Als Überraschungsgast trat Jannis Drewell auf, der diesjährige Europameister im Voltigieren. Er führte dem Publikum eine atemberaubende Choreographie auf seinem Pferd vor.
Später bekamen die Besucher beim Mastholter Weihnachtsreiten „Jump & Dog“ zu sehen. Bei der Vorführung müssen zuerst die Reiter mit ihren Pferden über Hindernisse springen und dann Kinder mit ihren Hunden. Das brachte zahlreiche Zuschauer zum Lachen.
Sogar eine Hexe mit ihrem kleinen Pony belustigte das Publikum, indem sie viele rote Luftballons in die Luft steigen ließ und Kunststücke vorführte. Zum Schluss wurden alle kleinen Besucher in den Parcours gerufen und haben gemeinsam das Weihnachtslied „Nikolaus komm in unser Haus“ gesungen, um den Nikolaus zu rufen. Dieser erhörte die Kinder und kam in einem knallroten, großen Auto in die Reithalle gebraust. Der heilige Mann bescherte allen Kindern eine Tüte voller Leckereien. Alle Kinder und Zuschauer – ließ sich von ihren Gesichtern ablesen – gingen glücklich und zufrieden nach Hause.

von Romina Sellemerten
    und Yesica Falzone
    Klasse 8m,    
    Drost-Rose-Realschule,
    Lippstadt

Weihnachtsreiten Mastholte, eingereicht und von den Sportlern gestiftet. REPRO manuell 180

 

 

 

neue Mensa Drost-Rose-Realschule, Celine Lollies, Giulia Fischer, 8m Drost-Rose-Realschule  REPRO manuell 180

„Es gibt einen Raum, in dem 200 Schüler essen können“

Drost-Rose-Schülerinnen sprechen mit Achim Wiegard über die neue Mensa am Dusternweg

Lippstadt:  Eigentlich sollten sowohl die Drost-Rose- als auch die Edith-Stein-Realschüler längst in der neuen Mensa verpflegt werden. Ursprünglich sollte diese nämlich seit August in Betrieb sein. Ein nicht trocknen wollender Estrich und nicht lieferbare Technik sorgten jedoch dafür, dass sich die Eröffnung nach hinten verschob. Laut Verwaltung findet sie voraussichtlich nicht mehr 2015 statt. Weil sie generell mehr über die neue Mensa wissen wollten, haben die ZiSch-Nachwuchsreporterinnen Celine Lollies und Giulia Fischer mit Armin Wiegard, dem Leiter der Drost-Rose-Realschule, gesprochen.
Wie wird das Essen demnächst denn eigentlich hergestellt?
Wiegard: „Cook and Chill“ – so lautet das Verfahren. Es wird erst alles in einer Großküche bei der Ini gekocht. Dort arbeiten natürlich sehr viele Köche und der Küchenchef heißt Johannes Vogt. Das Essen wird aber nur bis zu einem gewissen Punkt gekocht und schnell in einem Dampfgarer abgekühlt, damit die ganzen Vitamine in Obst und Gemüse nicht verschwinden. Das Essen wird dann in der neuen Küche fertiggekocht.
Ist die Bezahlung des Essens weiterhin per Bankkarte möglich?
Wiegard: Das Zahlungssystem von vorher bleibt erhalten, aber es wird natürlich eine viel größere Theke geben.
Wird die neue Mensa in verschiedene Abschnitte unterteilt oder besteht sie aus einem großen Raum?
Wiegard: Es wird einen großen Hauptraum geben, in dem 200 Schüler gleichzeitig essen können. Dieser wird aber durch Raumteiler gegliedert. Außerdem wird es eine Bühne, einen Aufenthaltsraum, ein Bistro und einen Kiosk geben.
Was wird denn künftig alles in dem neuem Kiosk verkauft?
Wiegard: Es werden Schnitzelbrötchen, Brötchen und vieles mehr verkauft, aber keine koffeinhaltigen Getränke wie zum Beispiel Coca Cola oder Eistee.
Wird in der Mensa auch der Hauswirtschaftsunterricht für verschiedene Klassen stattfinden?
Wiegard: Nein. Den Neunt- und Zehntklässlern steht die Hauswirtschafts-AG zur Verfügung, die aber nicht in der neuen Schulmensa stattfindet, sondern – wie immer – in der alten Küche der Drost-Rose-Realschule. Es wird vielleicht auch eine AG Hauswirtschaft für die Klassen 7 und 8 angeboten. Aber auch die würde in der Schulküche stattfinden.

von Celine Lollies und
    Giulia Fischer,
    Klasse 8m,
    Drost-Rose-Realschule,
    Lippstadt

Bedrohte Art: Die Wiesenweihe kämpft ums Überleben

Kreis Soest: Tauben, Krähen, Spatzen und auch Raubvögel bekommen aufmerksame Beobachter in der Natur häufig zu sehen. Auf den ersten Blick scheint es darum nicht notwendig zu sein, sich um das liebe Federvieh zu sorgen. Aber alle fünf Jahre wird die Rote Liste gefährdeter Arten (Rote Liste) die es seit 1971 gibt, für gefährdete Tiere aktualisiert – auch für Vögel.
Ornithologen sehen die Situation sehr viel kritischer. Knapp die Hälfte der 260 in Deutschland brütenden Vogelarten ist bedroht, sogar der Spatz. Als Ursache dafür werden die intensive Landwirtschaft und zahlreiche Agrargifte angegeben. Das gilt vor allem für solche Vogelarten, die das Grünland besiedeln.
Das NRW-Landesumweltministerium weist auf eine besonders gefährdete Greifvogelart im Kreis Soest hin: die Wiesenweihe. Sie brütet unter anderem in der Hellwegbörde. Die Wiesenweihe ist bedroht, weil sie nicht mehr genug zu fressen findet und sich aus diesem Grund oft nicht weiter vermehren kann. Die Anzahl der Wiesenweihen soll sich in den vergangenen zehn Jahren halbiert haben.
Da die Landwirte immer mehr Mais anbauen und diese Vogelart nicht in Maisfeldern jagen kann, stellt sich die Situation als problematisch dar. Wiesen und Kornfelder sind als Brutstätten für die Vögel besonders wichtig. Denn sie brüten auf dem Boden und ernähren sich von anderen Tieren wie Vögeln und Mäusen. Biologen und Hobby-Biologen appelliere darum: „Wenn wir nicht schnellstens etwas unternehmen, werden sie bald ganz aussterben. Das darf einfach nicht sein!“

   von Tom Fricke,
    Klasse 8a,
    Drost-Rose-Realschule,
    Lippstadt

Die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest (ABU) lädt am kommenden Donnerstag, 11. Dezember, um 19.30 Uhr in die Lohner Mühle in Bad Sassendorf -Lohne zu einem informativen Vortrag ein. Es geht dabei um die Wiesenweihe. CF_ZH

„Die ersten Stunden hatten wir Wasser, die letzten keins“

Der 19-jährige Syrer Abdu erzählt von seiner Flucht nach Deutschland und seinem Leben davor

Lippstadt: Jeder redet über Flüchtlinge – das Thema sind allgegenwärtig. ZiSch-Nachwuchsreporterinnen Jana Germakowsky und Finya Prieß wollten Genaueres wissen. In der Stadtbücherei in Lippstadt bot sich ihnen die Gelegenheit dazu. Hier lieferte ihnen Abdu (19 Jahre; seinen Nachnamen wollte er nicht in der Zeitung lesen) Infos aus erster Hand.
Woher kommst du?
Abdu: Meine Familie kommt aus Syrien.
Bist du vor dem Krieg geflüchtet oder aus anderen Gründen?
Abdu: Ich bin in Libyen geboren, bin da aufgewachsen und 2014 bin ich nach Deutschland gekommen – im November, glaube ich, oder im Oktober. (Anmerkung der Redaktion: In den Achtzigern sind viele Syrer nach Libyen ausgewandert. Da der Islamische Staat [IS] aber auch in Libyen wütet und das Land seit einiger Zeit Unruhen durchlebt – vor allem im Osten – ist Libyen mittlerweile ein Paradies für Schlepper und viele dort ansässige Syrer ergreifen die Flucht vor dem IS.)
Also bist du von Libyen nach Syrien gegangen und von da aus nach Deutschland?
Abdu: Nein, von Libyen mit dem Schiff nach Italien und danach von Italien mit dem Zug nach Deutschland.
Wie hast du in Libyen gelebt?
Abdu: Normal, ganz normal. Mein Vater hat da gearbeitet und ich habe mein Abitur     gemacht und ein Jahr an der Uni studiert.
Hast du noch Familienmitglieder dort?
Abdu: Nein, niemand aus meiner Familie wohnt im Moment da. Meine Familie ist hier mit mir in Deutschland. Mein Vater ist noch in der Türkei, aber er kommt auch noch.
Hast du noch Geschwister?
Abdu: Ja, ich habe noch vier Geschwister, einen Jungen, drei Mädchen.
Wie alt sind sie?
Abdu: Mein Bruder ist 18 Jahre alt, eine Schwester 23, eine zwölf und eine sieben.
Hattest du Probleme auf der Flucht?
Abdu: Ja klar, also mit dem Schiff gab es so viele Probleme… Zuerst war ich siebzehn Stunden auf dem Schiff, auf einem kleinen Schiff. Da waren 500 Personen darauf. Die ersten zehn Stunden hatten wir Wasser zu trinken, aber die letzten hatten wir keins mehr. Es waren sechs oder sieben syrische Familien mit Kindern da, das war sehr schlecht.
Wie lange hast du gebraucht, um zu entscheiden, dass du nach Deutschland willst?
Abdu: Eine Woche.
Wie war deine Ankunft in Deutschland?
Abdu: Die ersten drei Monate waren sehr schwer, aber jetzt ist es viel besser. Danach hatten wir die Papiere, dass wir bleiben dürfen. Wir hatten auch einige Probleme, eine Wohnung zu finden.
Durftest du sofort zur Schule gehen?
Abdu: Meine kleinen Schwestern sind hier in Lippstadt sofort zur Schule gegangen. Ich, mein Bruder und meine ältere Schwester sind zuerst zur Awo gegangen – zu einem Sprachkurs. Zweimal in der Woche eine Stunde, also zwei Stunden in der Woche. Danach, als wir die Papiere hatten, durften wir zur Schule gehen, zum normalen Sprachkurs. Und wir machen jetzt einen Sprachkurs in Paderborn, der heißt Sprachwerkstatt.
Was hast du in Libyen studiert?
Abdu: Ich habe ein Jahr Medizin studiert.
Also möchtest du Arzt werden?
Abdu: Ja, ich will hier weiter studieren. Jetzt habe ich ein B1-Niveau in Deutsch und ich will noch B2 und C1 (Anmerkung der Redaktion: nach Europäischem Referenzrahmen ist C1 fast Muttersprachler-Niveau und die zweithöchste von sechs Stufen). Danach dürfte ich zur Uni gehen.
Hast du schlechte Erfahrungen mit Deutschen gemacht?
Abdu: Nein, gar nicht, nur gute.
Haben sich in deinem Freundes- und Bekanntenkreis in der letzten Zeit Menschen dir gegenüber verändert, da zurzeit so viele Menschen Flüchtlingen und Ausländern gegenüber negativ eingestellt sind?
Abdu: Nein, ich und die Familie, wir hab keine solchen Erfahrungen gemacht. Es war alles gut bei uns und bis jetzt haben wir niemanden getroffen, der gegen Flüchtlinge ist. Ich hoffe, dass es so bleibt. Wir hoffen, dass es so bleibt.
Möchtest du zurück, wenn der Krieg vorbei ist?
Abdu: Das weiß ich gar nicht. Wenn hier alles okay ist und ich mein Studium weitermachen kann, dann würde ich hier bleiben. Wenn in Syrien auch alles gut ist, dann kann ich dahin gehen. Aber wenn es dort so schlecht bleibt, kann ich das nicht.

von Jana Germakowsky und
    Finya Prieß,
    Klasse 8c,
    Drost-Rose-Realschule,
    Lippstadt

Jana Germakowsky und Finya Prieß, Klasse 8c, Drost-Rose-Realschule, Lippstadt interviewen syrisch-lybischen Flüchtling Abdu REPRO manuell 180

„Alle stürzten panisch zurück ins Stadioninnere“

Kameramann Jörg Stiepermann war bei den Terroranschlägen von Paris im Stade de France dabei

Paris/Dortmund:  Als freiberuflicher Kameramann war Jörg Stiepermann (44) am 13. November im Stade de France, um die Partie Frankreich gegen Deutschland zu filmen. In einem Interview verriet der Dortmunder, der familiäre Verbindungen nach Warstein hat, den ZiSch-Nachwuchsreporterinnen Laura Johannhörster und Fatlinda Krasnigiuns, wie er die Anschläge in der französischen Hauptstadt erlebt hat.
Wo befanden Sie sich, als die Explosionen zu hören waren und was ging Ihnen durch den Kopf?
Stiepermann: Ich stand im Rahmen einer Livesendung für die ARD an einer Kamera auf dem Oberrang des Stadions. Als die erste Detonation das Stadion erschütterte, habe ich zunächst an einen im Stadion geworfenen Böller gedacht, wenngleich diese Detonation merklich stärker war. Wenn man wie ich jedes Wochenende in Fußballstadien steht, so muss man sich – so traurig das auch ist – leider daran gewöhnen, dass die sogenannten Fans Feuerwerkskörper auf Menschen werfen.
Wann erfuhren Sie, was sich außerhalb des Stadions ereignet hatte und wie war Ihnen deshalb zumute?
Stiepermann: Ein paar Minuten später gab es eine weitere Detonation. Und wieder sah man keinen Rauch von einem geworfenen Böller. Wenig später gab es über Kopfhörer erste Informationen vom Moderator und aus der Regie mit der vagen Aussage, dass es außerhalb des Stadions wohl einen Anschlag gegeben habe. Um uns herum schauten die Menschen noch öfter als sonst auf ihre Handys, um sich über das Geschehen zu informieren. Auch erste Polizeihubschrauber kreisten über dem Stadion. Wir hatten alle ein mulmiges Gefühl, waren uns aber der Ausmaße der Anschläge noch nicht bewusst. Das Spiel lief weiter, was richtig war, um eine Panik zu vermeiden.
Wie sah der weitere Verlauf des Abends nach Abpfiff des Spiels für Sie aus?
Stiepermann: Nach dem Abpfiff gab es Lautsprecherdurchsagen, um die Zuschauer zu informieren. Das Publikum wurde aufgefordert, ruhig zu bleiben und in Richtung der den Detonationen abgewandten Stadiontore das Stade de France zu verlassen. Plötzlich kam es zu einer Paniksituation. Im Gedränge hatte sich wohl die Fehlinformation verbreitet, dass Terroristen innerhalb des Stadions auf Menschen schießen würden. Alle stürzten panisch zurück ins Stadioninnere. Man sah weinende Kinder und Menschen mit Angst in den Augen. Auch ich hatte kurze Angstmomente und malte mir aus, dass jeden Moment ein bewaffneter Terrorist in einem der Eingänge auf den Rängen auftauchen könnte. Das war zum Glück nicht der Fall. Die Menschen sammelten sich auf dem Rasen des Stadions und beruhigten sich wieder.
Im Nachhinein erfuhr die Öffentlichkeit, dass die deutschen Nationalspieler die ganze Nacht im Stadion verbrachten. Konnten Sie mit Ihnen oder mit den Mannschaftsbetreuern sprechen? Und wenn ja: Was haben Sie erfahren?
Stiepermann: Wir blieben zunächst an den Kameras, um für die Tagesthemen weiter aus dem Stadion zu berichten. Als es die besonnenen Sicherheitskräfte letztendlich geschafft hatten, das Stadion zu räumen, sammelten wir uns schließlich mit unserem gesamten Team von circa 30 Mitarbeitern in unserem Raum in den Katakomben des Stadions unweit der Kabinen der Spieler. Hier haben wir dann über den aufgestellten Fernseher von den weiteren Anschlägen und der Geiselnahme im Musikclub Bataclan erfahren. Per Telefon waren wir in Kontakt mit unserem französischen Busfahrer außerhalb des Stadions. Dieser riet uns, zunächst im Stadion zu bleiben, weil alle Straßen gesperrt waren. Als er uns um 2 Uhr nachts dann grünes Licht für eine Abfahrt Richtung Hotel gab, entschieden wir – anders als die deutsche Mannschaft – zum Bus zu gehen. Die Stimmung draußen war bedrückend. Kein Mensch war auf der Straße, aber die Polizei war überall. Auf dem Weg zu unserem Bus mussten wir an einem der Tatorte vorbei und sahen Kriminalisten in weißen Anzügen bei der Spurensuche und abgedeckte Leichen auf der Straße. Keiner wollte sich ausmalen, was wohl passiert wäre, wenn die Terroristen es – wie beabsichtigt – geschafft hätten, ins Innere des Stadions zu gelangen. Ich werde mich in Zukunft nie wieder über Sicherheitsdurchsuchungen vor Großveranstaltungen beschweren.

   von Laura Johannhörster und            
    Fatlinda Krasnigi,
    Klasse 8m,
    Drost-Rose-Realschule,
    Lippstadt

Kameramann im Stadion von Paris, Kameramann war Jörg Stiepermann (44) aus Dortmund, Interviw ist von Laura Johannhörster und Fatlinda Krasnigi, 8m, Drost-Rose-Realschule, Lippstadt REPRO manuell 180